A writer’s mind

Gedankenfindungstörung

Verfasst von: ish in: 11. Oktober 2007

Seit Stunden sitze ich an einem Text über mein derzeit sehr gespaltenes Verhältnis zu Blogs, dem Bloggen an sich und der deutschen Blogosphäre bzw. einem relativ prominenten Querschnitt derselben. Ich habe einige hundert Zeilen Text geschrieben, verworfen, neu geschrieben, umgeschrieben, gelöscht und von vorn angefangen. Was ursprünglich ein Essay zur Blogkultur hätte werden sollen oder ein Abschied aus der Welt des Bloggens, entzog sich mir immer mehr. Der Nucleus des Textes mutierte beim Schreiben zu etwas völlig anderem, das mit dieser Ausgangsidee nichts mehr gemein hatte, dem es an innerer Struktur fehlte, und das so gar nicht das ausdrückte was ich sagen wollte. So etwas passiert mir selten.

Zum Glück ist dies keine Auftrags- oder gar Terminarbeit, sondern einfach „nur“ ein Thema das mich beschäftigt und über das ich heute beim Schreiben sehr intensiv nachgedacht habe. So intensiv, dass ich nach einigen Einsichten beschlossen habe, dieses Blog neu aufzusetzen und mich hier ausschließlich und aus meinem gänzlich subjektiven Blickwinkel einer Autorin mit Themen rund ums Schreiben auseinanderzusetzen.

Normalerweise fließen Worte und Gedankenfäden mir einfach in die Tastatur. Ich strukturiere schreibend meine Gedanken. Wenn das Ergebnis ein anderes ist als das erwartete, ist das in auch in Ordnung. Aber was macht man als Autor, wenn ein Text einfach nicht so will wie man sich das gedacht hat?

Nachdem ich mir Mühe gegeben und Zeit genommen habe, konzentriert daran zu arbeiten, ich mir also nicht mehr beweisen muss, dass ich mich ernsthaft damit auseinandergesetzt und nicht einfach aufgegeben habe, nachdem ich das Thema von verschiedenen Blickwinkeln und sprachlichen Perspektiven und Ansätzen her angegangen bin, bin ich immer noch nicht da wo ich hinwollte, nämlich bei einem sinnvollen, strukturierten Text. Das ist ärgerlich, aber es ist kein Weltuntergang.

Meine Lösung für heute: ich archiviere die Textfragmente die stehen geblieben sind zur späteren Verwendung oder Begutachtung, und lasse das Thema ruhen, bis es geschrieben werden will. Oder eben auch nicht.

Und was könnte passender als Einstiegspost in dieses Blog sein als meine eigene kleine Schreibblockade, die gleichzeitig auch Geburtshelfer für dieses Blog war?

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