Verfasst von: ish in: 10. Dezember 2007
Schon seit langem beäuge ich das Gehabe sozialer Netzwerke vom Typ Facebook, Myspace, Orkut, XING und wie sie alle heissen mit Sorge. Natürlich bin ich im Web auffindbar und es gibt bereits heute mehr Infos über mich im WWW als mir lieb sein kann, und natürlich bin ich daran selbst schuld. Aber man muss es den Datenkraken ja nicht noch gezielt in den Rachen werfen. Nach und nach habe ich mich aus allem herausgenommen bei XING, mein Profil so weit es ging auf Paranoia-Modus gesetzt. Es ist eine komische Sache… das Online-Adressbuch (als solches verstehe ich XING primär, weniger als Social Network, das kann ich anders haben) ist so eine schöne Sache zum Auslagern von Infos, die sich im Idealfall dank der Arbeit der Kontakte auch noch selbst aktuell hält.
Dennoch… ich möchte mit den Magenschmerzen, die mir der Umgang von XING mit den Nutzerdaten bereitet, nicht länger leben. Gründe dafür kann man beispielhaft hier lesen. Zu meinen Zielen für die nächsten 18 Monate gehört, mich von derlei Diensten unabhängiger zu machen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das kann hier und da heissen Daten einfach anders zu sichern, ein analoges, handgeschriebenes Moleskine-Adressbuch zum Beispiel, oder auch ein Backup meiner Adressdaten vom Rechner an einen sicheren Ort, ohne dass jemand darauf zugreifen kann den sie nichts angehen.
Ein Vorteil beim Übertrag aus dem handgeschriebenen Adressbuch (das ich ohnehin wegen Passwörtern und ähnlichem pflege) ist, dass altes Gerümpel regelmässig rausfliegt wenn ich das Ding überarbeite. Bei meinen handgeschriebenen Adressen frage ich mich ernstlich, ob ich die Person in diesem Leben noch einmal treffe, oder treffen oder kontaktieren will, oder sie mir sonst irgendwie wichtig ist. Die digitalen Adressbücher blähen sich auf, es macht ja nichts wenn man die Kontaktleichen weiter mitschleppt…
Simplify your life, oder so. Die digitale Revolution frisst ihre Kinder.
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