Verfasst von: ish in: 30. April 2008
Seit Wochen, nein Monaten, liegt ein Exposé für ein Sachbuch bei einem Verlag. Heute, nachdem der Verlag vor einigen Tagen einen indiskutablen Vertrag vorgelegt hat, und auf den Gegenvorschlag (Normvertrag) erst mal sinngemäss mit einem „Was ist das denn?“ reagierte, habe ich endlich mal auf mein Bauchgefühl gehört.
Der Lektor – der mir beim persönlichen Gespräch nicht eben sympathisch war, was eh schon ungünstig ist – hatte andere Vorstellungen von dem Buch. Was sein gutes Recht ist. Allerdings nur höchst vage nebulöse Vorstellungen rund um ein paar nicht minder vage nebulöse Trendbegriffe herum. 3 Monate später sind wir keinen Deut weiter. „Das geht schon das wird schon da können wir noch“ ist einfach keine Basis für einen Vertrag.
Wenn ich ehrlich bin, diese unklare Lage hat mich beim Arbeiten blockiert – wie soll ich auch auf etwas hinarbeiten wenn ich nicht weiss auf was? Ausser dass mein Ansatz dem Verlag nicht gefällt bzw. nicht in die „Linie“ passt in der es veröffentlicht werden soll. (Auf Beispiele oder konkrete Vorgaben wie diese Linie aussieht warte ich bis heute…)
Das Ding liegt mir seit dem Verlagsgespräch im Magen. Heute war der Tag, mir ein Herz zu fassen – es hat keinen Sinn, mich zu einem Buchprojekt zwingen zu wollen, bei dem für mich von vornherein die Bedingungen und auch die Chemie nicht stimmen, bei dem ich das Gefühl habe das commitment ist ein einseitiges, bei dem ich in der Luft hänge und vom Lektor hängen gelassen werde. So kann ich nicht arbeiten, das stranguliert jegliche Motivation schon von vornherein.
Ich habe mich also vorhin mal wieder mit meiner Co-Autorin zu den Problemen ausgetauscht, und wir haben gemeinsam beschlossen das Thema dann vorerst lieber auf Eis zu legen und uns nach einem anderen Verleger umzusehen.
Es ist ein seltsames Gefühl, quasi kurz vor dem Vertragsabschluss die Reissleine zu ziehen, aber … auch ein gutes. Die Erleichterung die das Absenden der Mail, die das beendet, zeigt mir dass ich das Richtige getan habe.
30. April 2008 um 12:16
Zeit alles nur noch über einen Agenten laufen zu lassen. Vielleicht wird es über die Schiene ja noch was.