A writer’s mind

Eis und Brot

Verfasst von: ish in: 18. Juli 2008

Ich befinde mich auf einer Wanderung durch eine schneebedeckte Landschaft, die Perspektive wechselt zwischen Ich-Erleben und isometrischer Draufsicht auf eine fremde Person, die mich an eine Klassenkameradin erinnert. Es ist eine schier endlose Ebene, die in der Ferne langsam ansteigt. Aus dem Off kommt die Stimme eines Erzählers der zu mir/der Person gehört und berichtet, dass wir uns aus Hannover am Morgen auf den Weg gemacht hätten und schon 500 Höhenmeter absolviert hätten und ich schaue mich um und wundere mich – wo sollen hier 500 Höhenmeter herkommen? Im Harz vielleicht, aber das hier ist kein Gebirge. Ausserdem halte ich es für illusionär in dieser Zeit so viele Höhenmeter unter diesen Bedingungen in so kurzer Zeit zu schaffen – glatte eisige Straßen wechseln mit tief verschneiten, harschüberkrusteten Steigen ab.

Irgendwann erreiche ich einen Berggasthof an dem meine Wandergruppe sich trifft.  Es ist eine Gruppe von 6 oder 8 Leuten, angeführt von meinem früheren Klassenlehrer. Wir wollen zu einem bestimmten Aussichtspunkt, und nehmen einen Fußpfad durch einen tief verschneiten Hohlweg, von den Wegrändern hängen tief Äste von Fichten herab, deren Holz sich schwarz gegen den Schnee abzeichnet.

Vor uns liegt eine Schlucht, in die der Hohlweg einmündet. Wenige Meter rechts von uns scheint die Schlucht einen beinahe rechtwinkligen Knick zu haben, der aber abgerundet ist, und man kann lautes Krachen und Rauschen hören. Es ist wie ein Wasserfall nur dass er aus Eis und Schnee besteht, und alle paar Augenblicke kommt ein Schwall Eis und Schnee um diese Biegung geschossen und donnert mit fast 200 Stundenkilometern Geschwindigkeit an uns vorbei (ich vergleiche es mit einem ICE in voller Fahrt).

Wo um Himmels willen wollen wir hin? Auf der anderen Seite ist nur eine Wand, er will doch nicht etwa in diese Schlucht?

Ich rede halblaut mit einem Mitwanderer, den ich gut zu kennen scheine, er stimmt mir zu. Wir wollen den Anführer gerade fragen, als er mit zwei Begleitern, die sich zu nahe an die Schlucht vorgewagt haben, vom nächsten Lawinenexpress urplötzlich mitgerissen wird, das Donnern des Schnees ist so laut, dass man nicht mal mehr ihre Schreie hört, sie sind einfach weg.

Erschüttert kehren wir zur Berghütte zurück.

Schnitt.

Ich befinde mich in einem Hotelzimmer in dem ich für irgendwas Möbel rücke, aber an diesen Teil des Traums kann ich mich kaum noch erinnern. Eine der Schwierigkeiten ist dass der Raum mit (hässlichen) antiken Möbeln vollgestellt ist und wir möchten gern den großen Flachbildfernseher sehen.

Schnitt.

Ich mache in einem Polizeiauto eine Verfolgungsjagd mit. Das Auto landet im Wasser und wir müssen patschnass aussteigen, aber das Auto legt ganz normal an einem Anleger am Jungfernstieg an und der Polizist erklärt etwas Kompliziertes über Haftbefehle was ich nur halb verstehe. Er erklärt mir, dass ich im Justizgebäude, einem großen braunen Kasten etwa da wo die Alsterarkaden sein sollten, ein Handtuch bekomme, und ob ich schon mal da gewesen sei, und ich antworte wahrheitsgemäss dass ich da erst kürzlich war um ein paar Akten zu holen. Dann erinnere ich mich dran dass es illegal war diese Akten zu holen weil wir (wir wie Anwälte?) diese nicht haben sollten, aber das weiss er ja nicht, es gibt ja auch legale Optionen dort Akteneinsicht zu erlangen.

Ich nehme den Fahrstuhl in den 11. Stock. Mir bleibt fast das Herz stehen weil beim Hochfahren die Wände – es gib keine richtige Tür – an mir nur so vorbeisausen. Oben angekommen bemerke ich, dass hinter mir noch eine Tür ist, was ich für die Stahlwand gehalten hatte gleitet nun zurück, was es unten nicht getan hat, und zeigt eine spiegelnde Kabine und noch eine Tür auf der anderen Seite.

Ich will wieder runter und suche den E-Knopf. Aber es gibt mehrere E-Knöpfe, darunter auch E-0. Ich drücke einfach alle drei, irgendwo werde ich schon halten wo ich rauswill. Der Fahrstuhl saust los – aber plötzlich in der horizontalen Ebene. Unterwegs sehe und höre ich Leute die frustriert dem Fahrstuhl nachbrüllen, offenbar kommen Rundfahrten hier nur selten vor und viele warten schon länger auf den Fahrstuhl der nun an ihnen vorbeisaust ohne Stop. Mir ist schwindlig.

Schnitt.

Ich begebe mich zu jemandem der mit mir / der Person die den Fahrstuhlalptraum durchgemacht hat identisch zu sein scheint. “Sie hat Durchfall, mindestens 11 Mal bisher”. teilt mir jemand mit und ich denke mir ob sie das gezählt haben und “die arme Frau was mag sie so geschockt haben”. Ich betrete das Badezimmer, in dem sich die Frau befindet, ebenso eine weitere weibliche Person. Gemeinsam wollen wir ihr Trost zusprechen und herausfinden was passiert ist. Die kleinen Stühle, einfache Schemel mit dünnen Spinnenbeinen aus Draht, geben unter uns nach und wir poltern zu Boden.

Schnitt.

Ich wandere durch eine große Wiese, hier und da liegt Bauschutt. Vor mir ist ein zu einer Seite völlig offenes Gebäude, an der Seite ein großer Kamin und Ofen. Jemand backt Brote – Fladenbrote die wenigstens zwei Meter lang sind und fantastisch duften. Ich beobachte wie der Bäcker, augenscheinlich ein Türke, den Teig durchknetet.

Er nimmt festere Teigklumpen einfach aus den Fladenbrotmonstren heraus und knetet daraus dann Brötchen und kleine Brotlaibe. Fasziniert beobachte ich, wie er aus einem kopfgroßen Teigblob ein rundes Brot formt und mit den Fingern darauf oben Einritzungen vornimmt, indem er den Teig presst und biegt. Ich stibitze ein winziges Stück Teig weil ich so einen Hunger habe und es so toll duftet, aber er bemerkt mich gar nicht.

Ein paar Meter von mir entfernt, auf der gegenüberliegenden Seite vom Ofen, steht Petra und knetet Traubensaft unter eins der Fladenbrote, so dass ein riesiges lilafarbenes Dings entsteht. Sie hat keine Angst dass der Bäcker sie erwischt, sie führt ein Experiment für ihn durch, kapiere ich.

“Ich würde noch getrocknete Weinbeeren hineintun,” schlage ich vor aber sie schüttelt den Kopf. Die Farbe ist sensationell. Wie das wohl gebacken aussieht?

Schnitt.

Eine Grillparty, mit ganz vielen Leuten. Die Details sind nur noch vage in meiner Erinnerung, logisch schloss es irgendwie an den Bäcker an. Er wohnt hier, in einer winzigen Bude, die aus wenig mehr als einem Bett und einem Schrank besteht, sehr ärmlich. Horst Lichter ist auch dabei. Es gibt unter anderem eine Avocadocreme mit rohem Thunfisch und Rucola.

Aufwachen.

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