Verfasst von: ish in: 29. September 2008
Bei der Durchsicht diverser Wettbewerbe und Ausschreibungen für Literaturpreise und Fördermittel fällt mir zunehmend auf, dass die meisten, die auf einer Veröffentlichung beruhen, explizit Print-on-Demand-Dienste ausschließen. Anders gesagt – gefördert wird nur, wer auch schon mal einen Verlag überzeugen konnte sein Zeug zu veröffentlichen.
Einerseits verstehe ich ja, dass die Preise „echte“ aka veröffentlichte Autoren fördern sollen, und dass im Zeitalter von Print-on-Demand nunmal theoretisch jeder sein Buch drucken lassen kann. Andererseits… sollten Preise nicht danach vergeben werden ob ein Buch gut ist, anstelle danach wo es verlegt wurde?
Solche Förder-Aktionen könnten doch gerade Autoren eine Chance geben, die aus welchen Gründen auch immer durch ein Verlagsraster gefallen sind. Wenn ich mir ansehe was für ein Schrott bisweilen auch bei großen Verlagen gedruckt wird, und welch banale Werke große Auszeichnungen erhalten, oder welch grauenvoll schlecht geschriebene Machwerke sich toll verkaufen, dann würde so eine Förderung jenseits der etablierten Wege wirklich Sinn machen.
Aber vermutlich denke ich da einfach zu idealistisch.
30. September 2008 um 3:24
Ich schätze das ist vor allem ein Mittel um die Einsendungen überschaubar zu halten. Weiss man mit wievielen Manuskripten die Verlage Jahr für Jahr überschwemmt werden, kann man sich vorstellen das sich die Juroren nicht durch 10.000 Beiträge von Leuten fressen wollen, die schnell mal ein Buch voller JaddaJadda bei BoD herausgebracht haben um die Voraussetzung zu erfüllen, um dann zu den 10 brauchbaren Beiträgen vorzudringen.
Doof ja. Aber vermutlich als feinmaschiges Sieb gedacht.